Wer entscheidet, woran – und an wen – erinnert wird? Was geschieht mit den Geschichten derjenigen, die politischen Erzählungen im Weg stehen? Und was passiert, wenn Erinnerung wichtiger wird als historische Belege? Im Mittelpunkt steht die ehemalige Iskra-Gedenkstätte in Leipzig-Probstheida, die von 1961 bis 1991 als Außenstelle zum Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig gehörte.
Das Hörstück rekonstruiert ihre Entstehung in den 1950er Jahren, hinterfragt den bis heute nicht eindeutig belegten Druck der ersten Ausgabe der russischen Exilzeitung Iskra in Leipzig und erzählt zugleich die Geschichte der Familie Niegel, die für den Bau der Gedenkstätte Haus und Werkstatt aufgeben musste. Ausgehend von diesem Einzelschicksal richtet sich der Blick auf die stalinistisch geprägten Anfangsjahre der DDR und fragt nach den Folgen politischer Erinnerung für die Betroffenen. Nach mehr als einem Jahr intensiver Recherchen wird das von Theatermacherin und Künstlerin Diana Wesser gemeinsam mit David Schönherr entwickelte Audioprojekt „Bestellte Erinnerung“ damit der Öffentlichkeit vorgestellt. Dr. Johanna Sänger (Kuratorin am Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig) gibt Einblicke in die wissenschaftliche Begleitung des Projekts. Falk Elstermann (Geschäftsführer der Kulturstiftung Leipzig) berichtet von seinen Recherchen im Sächsischen Staatsarchiv und im Bauaktenarchiv der Stadt Leipzig. und red.Anmeldung erwünscht unter Tel.: 0341 9651340 und E-Mail: stadtmuseum@leipzig.de; Infos: www.stadtgeschichtliches-
museum-leipzig.de