Pokal-Generalproben gingen richtig daneben
Sowohl der HC Leipzig als auch der SC DHfK scheitern in der ersten Runde / Am Wochenende wird es im Liga-Alltag ernst

Leipzig. Puh, das war ja mal eine ordentliche Euphoriebremse für den Leipziger Handball: Sowohl Neu-Bundesligist HC Leipzig als auch Neu-Zweitligist SC DHfK Leipzig patzten in der ersten Runde vom DHB-Pokal – und dies kurz vor dem Start in die neue Liga-Spielzeit 2026/2027. Der HCL unterlag im Sachsen-Derby beim (Zweitligisten) HC Rödertal knapp mit 22:23; die DHfK-Mannen zogen auswärts gegen den Liga-Kontrahenten TuSEM Essen mit 33:36 den Kürzeren.

Nein, glücklich war Cheftrainer Erik Töpfer nicht wirklich nach der Schlusssirene in Großröhrsdorf. „Wir waren offensiv nicht gut genug. 23 Fehlwürfe und 19 technische Fehler sprechen für sich. Da hat uns leider die Konsequenz gefehlt“, gibt er da zu Protokoll. Und räumt ein: „Am Ende hat Rödertal zurecht gewonnen.“ Dabei gingen die gastgebenden „Rödertalbienen“ ersatzgeschwächt in den Pokalfight – so fehlten kurzfristig Abwehrchefin Vanessa Huth sowie Zoe Davenport und Emilia Ronge.

Zu sehen war davon aber nix auf der Platte. Ebenso wenig wie von einem Klassenunterschied: Die Mannschaft von Maike Daniels hatte keinen Respekt, dafür eine Menge Spiellaune und die ließen sie sich auch von einem ganz guten Leipziger Start nicht vermiesen. Zum Pausentee stand es 9:12 aus HCL-Sicht und zwischendrin wurde es mit einem 14:20 sogar mal richtig duster. Dass es am Ende doch noch eine knappe Sache wurde, lag an einer gut funktionierenden HCL-Abwehr – und an zwei Spielerinnen, die Erik Töpfer auch dezidiert benennt: „Wir haben aber auch gesehen, dass wir mit Aleksandra Orowicz und Janine Fleischer ein starkes Torhüter-Duo haben.“

Das macht Mut für die anstehenden Bundesliga-Aufgaben – und diese Leistung wird sicherlich auch am Samstag, 29. August, gefragt sein: Dann startet der HC Leipzig um 19.30 Uhr im Sportcenter Markranstädt gleich gegen einen Topclub – zu Gast ist der Vizemeister Borussia Dortmund.

Dämpfer Teil 2: Einen echten Hallo-Wach-Moment erlebten auch die grün-weißen Zweitliga-Handballer im Pokalduell bei TuSEM Essen. Wobei Moment vielleicht die falsche Beschreibung ist: Der Moment des Ausscheidens zog sich ja über zwei Verlängerungen, ehe beim Stand von 33:26 klar war, dass die Leipziger raus sind. „TuSEM hat sich in den entscheidenden Momenten durchgesetzt und den einen oder anderen Fehler weniger gemacht“, zog Cheftrainer Frank Carstens eine nüchterne Bilanz eines umkämpften Spiels. Das hätten auch die DHfK-Mannen gewinnen können – das steht fest. Wenn zum Beispiel das 32:31 von Moritz Preuss in der ersten Verlängerung nicht wegen eines Stürmerfouls abgepfiffen worden wäre ... Dennoch muss man mit dem Leipziger Coach festhalten, dass die Essener Gastgeber verdient gewonnen haben. Mehr Willen, mehr Kampf, mehr Entschlossenheit und – man hat es gehört – weniger Fehler.

Dieses Duell gegen einen Zweitliga-Kontrahenten zeigt: Das wird kein Selbstläufer im Liga-Alltag – gute Voraussetzungen hin, Euphorie aus der gelungenen Saisonvorbereitung her. So eine gewisse Favoritenrolle wird ja schnell zur Bürde – erst recht, wenn der Rest der Liga die Duelle gegen den SC DHfK als einen der Saisonhöhepunkte betrachtet. Und auch Frank Carstens sagt, „unser großes Ziel ist aber natürlich ein anderes und liegt in der Liga. Bis zum Start gegen Minden haben wir die Chance, uns weiter zu verbessern und wieder das umzusetzen, was wir in der Vorbereitung gezeigt haben.“ Ach ja: Benannter Start findet am Montag, 31. August, ab 19.30 Uhr in der Quarterback Immobilien Arena statt – und ja, Mitabsteiger GWD Minden ist gleich ein echter Gradmesser. und JW

Infos: www.hc-leipzig.de und www.scdhfk-handball.de

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