Die Ausstellung „Festgehalten. Verschleppt aus Deutschland 1938–1945“ im Kultur- und Begegnungszentrum Ariowitsch-Haus in Leipzig zeigt ausgewählte historische Fotografien und stellt damit eine zentrale Frage in den Mittelpunkt: Wie konnte die Verfolgung und Deportation von Menschen öffentlich stattfinden – und wer sah dabei zu?
Von fast siebzig deutschen Städten sind heute Fotografien von Deportationen überliefert. Die Bilder zeigen Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma sowie Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“. Sie dokumentieren nicht nur die systematische Verfolgung und Verschleppung von Menschen, sondern auch deren öffentliche Dimension: Deportationen fanden am helllichten Tag statt, vor den Augen von Täterinnen, Tätern und Zuschauenden.
Die von der Landesarbeitsgemeinschaft „Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus“ organisierte Ausstellung ist Teil des Forschungsprojekts #LastSeen der Arolsen Archives. Seit 2021 werden im Rahmen des Projekts historische Fotografien von Deportationen gesichert, gesammelt und wissenschaftlich erforscht.
In einem digitalen Atlas werden die Bildquellen für Forschung, Bildungsarbeit und Erinnerungskultur zugänglich gemacht. Dabei wird deutlich: Die Fotografien sind nicht nur historische Dokumente. Sie erzählen von Menschen, von Ausgrenzung und Entrechtung – und von einer Gesellschaft, in der diese Verbrechen sichtbar waren.
Sehen kann man die Ausstellung im Ariowitsch-Haus noch bis zum 14. September und dies bei freiem Eintritt.
Infos: www.ariowitschhaus.de