Und zwar zweimal täglich: Jeweils um 12 Uhr und um 17 Uhr lädt das Frankfurter Kollektiv andpartnersincrime zu dem Spaziergang mit Tablets und Kopfhörern: Geleitet von einer kleinen Reiseführerin geht es durch die Großwohnsiedlung Grünau. Man sucht nach Schlupflöchern, Spielplätzen und Aussichtspunkten. Auf den Tablets ziehen Videos der Umgebung vorbei, werden dirigiert, verschieben sich. Dazu sieht man Bilder aus anderen Zeiten, hören verschiedene Gedanken zu diesem Ort. Dazu werden viele Fragen gestellt: „Erinnerst du dich noch an die Zeit, in der du Ampeln auf grün schnipsen konntest? Weißt du noch als du die Welt wegblinzeln konntest? Als du beim Schaukeln abheben und das ganze Viertel überfliegen konntest“ Aber auch: „Welche Teilhabemöglichkeiten haben Kinder, die hier aufwachsen, zwischen Plattenbauten, grünen Wiesen und Bänken aus Beton? Wie machen sie diesen Raum zu ihrem? Und wie könnte dieser Ort aussehen, wenn er sich ihren Bedürfnissen anpasst?“
Dazu noch ein weiterer Hinweis mit Blick auf das Programm vom Leipziger Lofft-Theater: Die in Hamburg lebende mexikanische Performerin Yolanda Morales ist am Freitag, 11. September, in der Messestadt zu Gast. Sie bringt an drei Abenden ihr Stück „Worldship“ auf die Bühne, eine tänzerische Reise in stürmische Gewässer. Gemeinsam mit den Performerinnen und Performern erforscht und dekonstruiert sie repetitive und mechanisierte Bewegungen, die sich über Generationen in unsere Körper eingeschrieben haben – und deren Wurzeln oft in kolonialen Ordnungen von körperlicher Arbeit liegen.
Sehen kann man „Worldship“ am Freitag, 11. September, und Samstag, 12. September, jeweils um 20 Uhr. Eine weitere Vorstellung gibt es am Sonntag, 13. September, um 18 Uhr. Vor der Freitagsvorstellung findet um 18.30 Uhr das „Echolot: Verwobene Geschichten: Perspektiven auf die Leipziger Baumwollspinnerei“ statt. und red./jwInfos: www.lofft.de