Kommt die Tour de France 2029 nach Mitteldeutschland?
Gemeinsame Bewerbung von German Cycling sowie Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen

Fototermin zur Übergabe der Bewerbungsunterlagen: Gemeinsam haben sich der Verein German Cycling sowie die Länder Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen für den Auftakt der Tour de France 2029 beworben.Foto: Patrick Tichy
Region. Wusch, da rauscht ein Superstar namens Tadej Pogacar durchs Bild, am Hinterrad kleben Jonas Vingegaard und Florian Lipowitz. Klingt abgefahren, ist aber seit ein paar Tagen keine völlige Utopie mehr: Denn der Verein German Cycling hat gemeinsam mit dem Bund sowie den Ländern Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen seinen Hut in den Ring geworfen – mit einer Bewerbung für den Auftakt der Tour de France 2029 in Berlin und Mitteldeutschland.

Der Hintergrund ist natürlich ein Jubiläum. Genauer gesagt der 40. Jahrestag der Friedlichen Revolution und des Falls der Mauer – eine passende Gelegenheit, Sportevent mit Weltruf nach Mitteldeutschland zu holen. Gesagt, getan: In den vergangenen Wochen und Monaten wurde das so genannte Bid Book zusammengestellt und nun in Berlin hochoffiziell an die Amaury Sport Organisation (A.S.O.) übergeben. Genauer gesagt an A.S.O.-Generaldirektor Yann Le Moënner und Tour-de-France-Direktor Christian Prudhomme. Die Idee: Die Tour de France 2029 soll in Berlin und Mitteldeutschland beginnen.

Nun lassen sich Umworbene nicht sonderlich gern tief in die Karten schauen, aber so ganz abwegig scheint es nicht zu sein, dass diese Idee auch Realität werden kann. „Die Tour de France ist weit mehr als ein Sportereignis. Sie macht Landschaften, Kultur und Geschichte sichtbar, verbindet Menschen und gibt Regionen die Möglichkeit, sich der Welt zu präsentieren. Vierzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer hätte ein Grand Départ in Berlin“, sinniert Christian Prudhomme und ergänzt: „Vierzig Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer hätte ein Grand Départ in Berlin und Mitteldeutschland eine außergewöhnliche historische und symbolische Bedeutung – für Deutschland, für Europa und für die deutsch-französische Freundschaft.“

Einzelheiten – zu Dingen wie beispielsweise Terminen, Routen und so weiter und so fort – gibt es natürlich noch nicht. „Erst nach einer erfolgreichen Bewerbung werden die Routen gemeinsam mit der Amaury Sport Organisation (A.S.O.) erarbeitet. Die finalen Streckenführungen werden üblicherweise erst kurz vor der Tour de France veröffentlicht“, heißt es auf der Internetseite zur Tour-de-France-Bewerbung.

Klar ist aber, dass die Länder Berlin, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit im Boot sitzen. „Die gemeinsame Bewerbung zeigt, was möglich ist, wenn wir über Ländergrenzen hinweg an einer gemeinsamen Vision arbeiten. Das weltweit größte Radrennen würde Gäste aus aller Welt zusammenbringen und zugleich an die mutigen Menschen erinnern, die 1989 für Freiheit und Demokratie auf die Straße gegangen sind“, erklärt Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer. und red./jw

Infos:

www.granddepartallemagne.de

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