Die einen schauen ratlos, andere wissen natürlich Bescheid: Nein, in der Welt des Fußballs ist Amin Belhadj aka Aminho längst kein Unbekannter mehr – und dies, obwohl er weder in den Top-Ligen dieser Welt am Ball ist noch reihenweise Pokale in die Luft stemmt. Dafür weiß er wie kaum ein anderer seine Fußball-Leidenschaft via Social Media weiterzugeben. An fast vier Millionen Follower – was für eine Hausnummer. Die ist dermaßen attraktiv, dass man auch über den großen Teich auf diesen außergewöhnlichen Influencer aus Leipzig aufmerksam wurde.
Vorhang auf für das erwähnte Märchen: In Kansas weiß man natürlich um den Stellenwert von König Fußball in Deutschland. Und man ahnt, dass es da vielleicht ein Hintertürchen geben könnte, um da auch ein gewisses Interesse auf jene Sportart zu lenken, die in den USA ganz, ganz, ganz weit oben in der Publikumsgunst regiert. Auf American Football. Denn darum geht’s schon – daran lässt Lara Krug, Executive Vice President und Chief Media and Marketing Officer der Chiefs, keinen Zweifel: „International zu wachsen bedeutet nicht nur, Spiele im Ausland auszutragen – es geht darum, Teil der lokalen Kultur zu werden. Deutschland hat eine der längsten Amateursport-Traditionen der Welt, und wir glauben, dass der beste Weg, unseren Platz zu verdienen, darin besteht, mit Respekt, Neugier und der Bereitschaft aufzutreten, einen Beitrag zu leisten.“
Diesen Beitrag kann man nunmehr auch sehen. In jedem Spiel der Zwoten von TuS Leutzsch auf dem Trikot – da leuchtet in dieser Saison das Logo der Kansas City Chiefs. Jenes Football-Teams, dessen Wert bei geschätzten 6,5 Milliarden Dollar liegt und das mit Quarterback-Superstar Patrick Mahomes und Travis Kelce – den Namen hat in den vergangenen Wochen wohl jede und jeder mal gehört, Stichwort Taylor Swift – zwei prägende Football-Spieler in seinen Reihen hat. Wow, da liegt auf einmal ein Hauch Glamour über der 1. Kreisklasse Leipzig. Genau da sind künftig die Kansas City Chiefs irgendwie auch dabei.
„The Club“ nennt sich die Konstruktion, mit der man sich mit dem deutschen Amateurfußball verbinden möchte. Das Motto ist „Zwei Clubs. Eine Saison. Unzählige Geschichten.“ – wobei man davon ausgehen darf, dass man diese Geschichten dann via Social Media verfolgen kann. Was wiederum dem „Team Aminho“ – so der neue Projektname der Zwoten aus Leutzsch – eine bemerkenswerte Plattform bietet. „Zu dem Verein zurückzukehren, bei dem ich als Kind gespielt habe, und hier etwas Neues aufzubauen, ist unglaublich besonders“, erklärt Amin Belhadj und ergänzt: „Die Tatsache, dass die Kansas City Chiefs Teil dieser Reise sein wollen, sagt viel darüber aus, wie ernst sie Deutschland und seine Sportkultur nehmen. Diese Kooperation bringt zwei Sportkulturen und zwei Sportteams zusammen, wir lernen voneinander und zeigen Millionen von Menschen, worum es bei der deutschen Amateursportszene wirklich geht.“
Ach ja – hingehen kann man zum „Team Aminho“ natürlich auch. Um diese schmucken Trikots zu bestaunen oder Amin Belhadj höchstpersönlich spielen zu sehen (nach zehn Jahren bei Chemie Leipzig II ist er nun bei TuS II am Ball). Termin Nummer 1: Am Sonntag, 2. August, ab 13 Uhr auf dem TuS-Kunstrasen gegen West 03. Termin Nummer 2: Am Donnerstag, 6. August, ab 18.30 Uhr auf dem TuS-Rasenplatz gegen die eigene Erste.
Und der Ernst des Kreisliga-Lebens beginnt dann am Sonntag, 16. August, um 17.45 Uhr: Dann wird das erste Saisonspiel bei der Zweiten vom SV Schleußig 1990 angepfiffen. Die Liga-Heimpremiere der neuen Trikots steigt am Sonntag, 6. September: Ab 12 Uhr ist dann der SSV Kulkwitz beim „Team Aminho“ zu Gast.und red./jw