An der Geschwister-Scholl-Schule bot der Verein jahrelang eine Wasserball-AG an. Für die Kinder ist der Weg ins Rabet nun zu weit. Deshalb entstand an der benachbarten Grundschule in Neustadt-Neuschönefeld ein neues Ganztagsangebot (GTA). Der Verein trägt das Angebot derzeit kostenlos. Wie lange das so bleiben kann, beschäftigt Verein und Schule gleichermaßen.
Für den Wasserball bietet die neue Schwimmhalle nach Ansicht von Trainer Robin Seemann nahezu ideale Bedingungen. Anders als die alte Trainingsstätte in Gohlis sei das Sportbad Rabet von Beginn an für die Anforderungen des Sports geplant worden. „Es wurde von Anfang an gesagt, hier soll ein Nachwuchszentrum Wasserball entstehen“, sagt Seemann.
Die Halle verfüge über Lagermöglichkeiten für Tore, Schutznetze, einen Athletikraum und ausreichend Zuschauerplätze für Wettkämpfe. „Es ist wirklich super“, sagt Seemann. Besonders wichtig seien außerdem die zusätzliche Wasserfläche und die bessere Verfügbarkeit am Wochenende. „Wir können jeden Sonntag von 8 bis 13 Uhr trainieren, wie wir wollen“, erzählt er.
Wie das in der Praxis aussieht, zeigt das Ganztagsangebot der Grundschule. Einmal pro Woche kommen die Kinder ins Sportbad und lernen spielerisch die Grundlagen des Wasserballs kennen. Am Nachmittag vor den Ferien sind nur wenige Kinder gekommen. Klassenfahrten, Sommerfeste und die letzten Schultage machen sich bemerkbar. Normalerweise trainieren jedoch rund zwölf Jungen und ebenso viele Mädchen.
„Wir spielen im Regelfall immer erst mal ein bisschen Wasserball, dass die Kinder einfach direkt reinkommen und Spaß haben“, sagt Seemann. Regeln würden Schritt für Schritt eingeführt. Zunächst dürften die Kinder noch mit beiden Händen werfen, später komme die Regel hinzu, dass nur mit einer Hand gespielt wird. Auch Fouls würden anhand konkreter Situationen erklärt, die sich im Training ergeben. Am Ende jeder Stunde bleibe Zeit zum Spielen, Tauchen und Ausprobieren.
Leistung stehe dabei nicht im Vordergrund. „Hier wirst du nicht Wasserball-Weltmeister“, sagt Seemann. Wichtig sei vor allem, dass die Kinder gern kommen. „Die haben ja immer Spaß und sind dankbar dafür“, erzählt er. Seemann bemerkt auch, wie diszipliniert die Kinder mitmachen. Sie wüssten genau, dass sie bei Fehlverhalten nicht teilnehmen dürfen. „Die ärgern sich immer, wenn sie irgendwelchen Mist gebaut haben und wieder aussetzen müssen. Die wollen ja mitmachen“, sagt er.
Ganz ohne Blick auf den Nachwuchs ist das Angebot dennoch nicht. Von den derzeitigen Kindern hätten bereits einige Interesse am Vereinssport gezeigt. Zwei oder drei Mädchen seien aus Sicht des Trainers so weit, dass ein Einstieg in die Vereinsgruppen sinnvoll erscheine.
Gleichzeitig beobachtet Seemann, dass viele Kinder schlechtere Schwimmkenntnisse hätten, als es ihrem Alter entsprechen würde. Zwar müssen sie ein Seepferdchen besitzen, um am GTA teilzunehmen, bei den Anmeldungen werde dies jedoch häufig übersehen. „Wenn die Eltern gesagt bekommen, das Kind muss schwimmen können, muss ein Seepferdchen haben, dann denken einige: Mein Kind kann ja in der Badewanne den Kopf über Wasser halten“, sagt er. Teilweise überschätzten sich auch die Kinder selbst. „Das muss man einfach vorher klären, bevor hier ein Kind anklopft.“ Zudem vermutet Seemann, dass dabei teilweise Sprachbarrieren eine Rolle spielen.
Bereits seit Jahren bietet der Hort an der Schule am Rabet einen Schwimmkurs für Kinder an, die noch nicht sicher schwimmen können. GTA-Koordinatorin Gabriele Müller erzählt, dass dieser sich vor allem an DaZ-Kinder (Deutsch als Zweitsprache) richtete, die aufgrund fehlender Deutschkenntnisse zunächst nicht am regulären Schwimmunterricht teilnehmen konnten. „Da immer weniger Kinder das Schwimmen bereits im Elternhaus erlernen, ist es umso wichtiger, dass unsere Schule entsprechende Angebote bereitstellt“, sagt Gabriele Müller zur Bedeutung der Sache.
Die Grundschule begrüßt die Zusammenarbeit mit dem SC DHfK. Das Angebot werde von den Kindern sehr gut angenommen und solle auch in den kommenden Jahren fortgeführt werden. Sollten künftig weitere Wasserflächen zur Verfügung stehen, wünsche sich die Schule zusätzliche Schwimmkurse bis zum Erwerb von Schwimmabzeichen sowie Angebote zur Vorbereitung auf das Rettungsschwimmen.
Trotz aller Zufriedenheit mit der Halle bereitet Seemann die Zukunft des Angebots Sorgen. Der Verein trägt derzeit einen Großteil der Kosten selbst. Die Schule finanziert aktuell weder die Wasserfläche noch das Personal.
Dauerhaft sei das jedoch keine Selbstverständlichkeit. „Das Einzige, was langfristig besser werden muss, ist die Finanzierung“, sagt Seemann. Solche Angebote müssten zumindest kostendeckend möglich sein. Andernfalls drohe gerade an Schulen wie im Rabet ein wichtiger Freizeit- und Integrationsbaustein wegzufallen. und FO