Das Ergebnis dieser Analyse ist ziemlich ernüchternd: Der Wohnungsmarkt in der Messestadt steht nach wie vor deutlich unter Druck. Wer noch einen alten Mietvertrag hat, kann sich glücklich schätzen. Wer hingegen neu sucht, trifft auf ein Marktumfeld, das sich in den vergangenen Jahren dramatisch verändert hat.
Der Unterschied zwischen bestehenden und neu angebotenen Mietverhältnissen ist inzwischen auffällig und vor allem sehr erheblich: Bestandsmieterinnen und -mieter zahlen im Schnitt 7,32 Euro pro Quadratmeter, während neu inserierte Wohnungen im Mittel zehn Euro kosten – das macht einen Unterschied von rund 37 Prozent. Und der Trend geht weiter nach oben: Die Angebotsmieten insgesamt sind seit 2022 um etwa 25 Prozent gestiegen.
Das hat Folgen für alle, die umziehen müssen oder wollen. Wer seine Wohnung wechselt, zahlt laut Studie im Schnitt 20 bis 50 Prozent mehr als zuvor – und das gilt durch den sogenannten Lock-in-Effekt sogar auch dann, wenn man von einer großen Wohnung in eine kleinere Wohnung zieht. Viele Menschen bleiben deshalb lieber in ihrer alten Wohnung, auch wenn sie eigentlich etwas Passendes bräuchten.
Gleichzeitig werden immer weniger Mietwohnungen angeboten. Seit 2015 hat sich die Zahl der inserierten Wohnungen mehr als halbiert. Allein zwischen 2022 und 2025 ging das Angebot um rund 34 Prozent zurück. Wer eine große Wohnung für seine Familie sucht, hat es besonders schwer: Für Vier-Personen-Haushalte sind rechnerisch nur noch rund acht Prozent aller Mietangebote zugleich bezahlbar und angemessen. Für Haushalte mit fünf oder mehr Personen sinkt dieser Anteil auf weniger als ein Prozent.
Günstigere Wohnungen finden sich dabei zunehmend nur noch am Stadtrand. In zentralen Stadtteilen liegt das Preisniveau spürbar höher. Am teuersten sind Neubauwohnungen, die ab 2015 errichtet wurden.
Für die Analyse wurden umfangreiche Datensätze ausgewertet – darunter der Zensus 2022, die Mietspiegel 2022 und 2025 sowie aktuelle Angebotsmietdaten und die Kommunale Bürgerumfrage 2025. und red.Die vollständige Studie ist unter www.leipzig.de/analysen-zur-stadtgesellschaft abrufbar.