Ein Toter, ein Geheimnis – und 40 Jahre lang Schweigen
Eine Tochter sucht die Wahrheit über den Tod ihres Vaters im berühmtesten Hotel der DDR-Messestadt

„Der Fall Fechtner: Die wahre Geschichte eines Fenstersturzes" ist im Juni im Verlag Langen-Müller erschienen.  Repro: Verlag
Leipzig. Am 23. Juni 1986 wurde im Interhotel Astoria in Leipzig ein toter Mann gefunden. Alfons Reiser, ein Beamter aus Bonn, lag im Innenhof des Hotels – gestürzt aus einem Fenster. Die offizielle Version: ein Unfall. Was die Leipziger davon erfuhren: nichts. Der Fall unterlag in der DDR strikter Geheimhaltung.

40 Jahre später erscheint nun ein Roman, der dieses Schweigen bricht. Geschrieben hat ihn Katrin Reiser – die Tochter des Verstorbenen. Sie war elf Jahre alt, als ihr Vater starb. Dass hinter seinem Tod mehr stecken könnte, ahnte sie damals nicht. Bis 2003 ein anonymer Anruf kam: Ihr Vater sei von der Staatssicherheit ermordet worden.

Was folgte, war eine jahrelange Recherche in Stasi-Archiven. Reiser fand Ungereimtheiten – und stieß auf einen beunruhigenden Befund: Auch die Bundesrepublik hegte Zweifel an der DDR-Version. Und tat trotzdem nichts.

Ihr Buch „Der Fall Fechtner: Die wahre Geschichte eines Fenstersturzes“ erzählt diese Geschichte – fiktiv, aber auf Basis realer Fakten. Der Schauplatz, das Interhotel Astoria, steht dabei symbolisch für eine Welt aus Glanz, Überwachung und verdrängter Wahrheit. Das traditionsreiche Haus am Hauptbahnhof wartet bis heute auf seine Wiedereröffnung.

Das Buch ist Ende Juni im Langen Müller Verlag erschienen

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