Das eigene Zuhause schon jetztfit für das Alter machen
Wenn die Türschwelle zur Stolperfalle wird – was Eigentümer jetzt tun sollten

Schwellen - etwa zur Terasse - sollte man ebnen. So bleibt das Wohnen im Alter komfortabel und sicher. Foto: Verband Fenster + Fassade e.V.
Zwei Zentimeter können einen großen Unterschied machen. Wer jung und fit ist, nimmt die kleine Erhöhung an der Terrassentür kaum wahr. Wer aber im Alter auf einen Rollator angewiesen ist oder den Rollstuhl nutzt, erlebt dieselbe Schwelle als echtes Hindernis – im schlimmsten Fall als Sturzrisiko. Experten empfehlen deshalb: Wer sein Zuhause langfristig bewohnen möchte, sollte frühzeitig handeln.

Viele Menschen wünschen sich, den Ruhestand in den eigenen vier Wänden zu verbringen. Doch das gelingt nur, wenn das Zuhause mitgedacht wird. „Wer baut, saniert oder Fenster und Türen austauscht, sollte Schwellen und Übergänge immer gleich mitprüfen lassen“, sagt Frank Lange, Geschäftsführer des Verbands Fenster und Fassade (VFF). „Das erhöht nicht nur die Sicherheit im Alter, sondern auch den Wohnkomfort für alle Generationen.“

Neben Türschwellen gibt es weitere klassische Stolperfallen im Alltag: lose Teppiche, hochstehende Kanten oder frei verlegte Kabel. Sie sollten entfernt, befestigt oder durch rutschhemmende Alternativen ersetzt werden.

Das Ziel ist klar: Übergänge sollen niveaugleich sein, also ohne jeden Höhenunterschied. In vielen Fällen lässt sich das durch einen Fachbetrieb innerhalb weniger Stunden umsetzen. Ist eine Schwelle technisch unvermeidbar, gilt: nicht höher als einen Zentimeter und möglichst abgerundet oder angeschrägt. „Es kostet viel weniger Kraft, mit Rollator oder Rollstuhl über eine abgerundete Schwelle zu fahren als über eine eckige gleicher Höhe“, erklärt Lange. „Außerdem sinkt die Gefahr, hängen zu bleiben.“

Wichtig ist auch, harte Kanten, tiefe Fugen oder ungeeignete Schienen zu vermeiden. Sie verursachen beim Überfahren Vibrationen, können Gelenke belasten und im schlimmsten Fall die Räder einer Gehhilfe blockieren.

Besonders bei Terrassen- und Balkontüren braucht es Fachkenntnis. Wer die Schwelle absenkt oder entfernt, muss gleichzeitig sicherstellen, dass kein Regenwasser ins Haus dringt. Je nach Lage des Gebäudes kommen verschiedene Maßnahmen in Frage: eine Entwässerungsrinne vor der Tür, ein ausreichendes Gefälle vom Haus weg, ein schützendes Vordach oder ein geeigneter Bodenbelag im Außenbereich. Auch die seitlichen Türanschlüsse müssen dauerhaft dicht sein.

„Deshalb sollte die Planung frühzeitig mit einem qualifizierten Fachbetrieb erfolgen“, rät Lange. Wer auf eigene Faust umbaut, riskiert Folgeschäden, die weit teurer werden als der ursprüngliche Einbau.

Gute Nachrichten für alle, die handeln wollen: Für barrierearme Umbauten gibt es Förderprogramme. Wer staatliche Zuschüsse nutzen möchte, muss diese jedoch beantragen, bevor Aufträge vergeben werden.

Eine erste Orientierung bietet das Online-Portal „Fenster können mehr“ unter fenster-können-mehr.de – dort finden sich Informationen zu Fördermitteln und qualifizierten Fachbetrieben in der Nähe. red
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