Zwei Leipziger Projekte gewinnen sächsischen Staatspreis für Baukultur
Jury zeichnet eine umgenutzte Maschinenhalle und einen Polizei-Wachposten gemeinsam aus

Ansicht vom US-Konsulat in Leipzig – mit dem Wachposten der Polizei davor. Foto: André Kempner
Leipzig. Zum ersten Mal in seiner Geschichte hat der Sächsische Staatspreis für Baukultur gleich zwei Gewinner: Beim Festakt in Dresden zeichnete Bauministerin Regina Kraushaar kürzlich die Umnutzung einer Maschinenhalle zu Atelier- und Büroflächen in Leipzig-Connewitz sowie den Wachposten der Polizei am US-Generalkonsulat in Leipzig aus. Beide Projekte teilen sich das Preisgeld von insgesamt 35 000 Euro – je 17 500 Euro.

Das Motto des diesjährigen Wettbewerbs lautete „Bauen im Spannungsfeld von Hightech und Lowtech“. Aus 34 eingereichten Beiträgen überzeugte die Jury beide Leipziger Projekte durch ihre konsequente Haltung: Technik nicht als Selbstzweck, sondern im Dienst der Nutzung.

In Connewitz wurde die denkmalgeschützte Maschinenhalle durch reversible Einbauten als eigenständige thermische Einheiten zu flexiblen Arbeits- und Atelierräumen umgewandelt – mit begrenztem Budget und ohne Eingriffe in die historische Substanz. Entwurfsverfasser ist das Büro KO/OK Architektur aus Leipzig. Der Polizei-Wachposten am US-Generalkonsulat hingegen besteht aus drei vorgefertigten Holzmodulen ohne eigene Fundamente – transportabel, wiederverwendbar und dennoch höchsten Sicherheitsanforderungen genügend. Geplant wurde er von Voigt Architekten. Ministerin Kraushaar lobte: „Wenn Technik dem Menschen dient, ist gute Baukultur nicht weit.“ Drei weitere Projekte erhielten Anerkennungen, darunter die Sporthalle Geyer und das Festspielhaus Hellerau. Die Ausstellung der 15 Finalisten ist bis 30. Juli kostenlos im Zentrum für Baukultur Sachsen in Dresden zu sehen.

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