Am 6. September wird der Leipziger Notenbogen in die Europäische Route des jüdischen Erbes aufgenommen. Da es fast überall in Europa jüdisches Leben gibt beziehungsweise gab, handelt es sich nicht wie bei anderen Kulturrouten des Europarates um eine durchgehende Route, die sich durch Europa zieht, sondern um einen Verbund von lokalen Routen, die herausragende Beiträge zur jüdischen Kultur erlebbar machen.
Welchen außergewöhnlichen Beitrag zur jüdischen Kultur Europas repräsentiert der Leipziger Notenbogen? Es ist Leipzigs einzigartiges jüdisches Musikerbe. Wir können damit jüdisches Leben über circa 200 Jahre in der Stadt sichtbar und erlebbar machen. Als Messe- und Handelsstadt war Leipzig zudem ein Knotenpunkt des europäischen Austauschs. Der Notenbogen spiegelt deshalb die Verbindungen zwischen Ostjudentum und mitteleuropäischem Judentum, zwischen orthodoxem und liberalem Ritus sowie zwischen Synagogalmusik und klassischer Musik jüdischer Komponisten an authentischen Gebäuden und Standorten wider – ein außerordentlicher Beitrag zum europäischen jüdischen Erbe.