Hannah Arendt mit Zigarette, Thomas Mann am Schreibtisch, der lächelnde Einstein, Brecht im Profil. Diese Aufnahmen sind weltberühmt – aber wer hat sie aufgenommen? In der ersten Biografie über den Fotografen und Exilanten Fred Stein zeichnet der Historiker Professor Daniel Siemens Leben und Leistungen des Manns hinter der Kamera nach.
1933 flieht Fred Stein, der als Jude und Sozialist von den Nazis verfolgt wird, mit seiner Frau Lilo unter dem Vorwand einer Hochzeitsreise ins Exil: Von Dresden nach Paris, später nach New York. Die gebrauchte Leica, die das Paar kauft, ist dabei erst der Anfang. In drei Jahrzehnten lichtet Stein über 1000 Künstlerinnen und Künstler, Politikerinnen und Politiker sowie Prominente ab. Seine Porträts und Straßenszenen erzählen von Würde, Menschlichkeit, politischen Kämpfen – und einer Welt, die dem Exilanten selbst oft versagt blieb. Die Buchvorstellung findet im Rahmen des Programms „Fred Stein: Der Mensch im Fokus“ statt – in einer Kooperation mit dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig. Im Capa-Haus ist noch bis zum 31. Juli die entsprechende Ausstellung mit Fotos von Fred Stein zu sehen.
Infos: www.dnb.de