Neues Modellprojekt in der Südvorstadt

Die Förderung für das Modellprojekt ist da: Die Steinstraße zwischen August-Bebel-Straße und Brandvorwerkstraße wird zum wassersensiblen Straßenrau.Foto: Niclas Tiedemann
Leipzig. Wie lässt sich eine (Groß-)Stadt fit machen für die Zukunft – und zwar mit Blick auf sommerliche Hitzewellen? Dies soll nun in Leipzig – und außerdem noch in Dresden, Nossen und Ottendorf-Okrilla – in vier Modellprojekten getestet werden: Dabei möchte man einen Abschnitt der Steinstraße in der Südvorstadt so umbauen, dass ein so genannter wassersensibler Straßenraum entsteht.

Dabei sieht der Ist-Zustand derzeit wie folgt aus: Die Steinstraße ist aktuell stark versiegelt und bebaut, es fehlen Straßenbäume und anderes Stadtgrün. Deshalb ist die Hitzebelastung im Sommer hoch und es besteht ein erhöhtes Risiko für Tropennächte. Zweiter Punkt: In der Südvorstadt sind aktuell ohnehin die Bagger verstärkt unterwegs – Stichwort „Pilotprojekt zur Wärmewende“. Und mit dem damit einhergehenden Umbau der Leitungsbestände könnte man auch den Straßenraum grundhaft neu gestalten. Was nun zwischen August-Bebel-Straße und Brandvorwerkstraße angegangen werden soll und zwar nicht zuletzt dank einer 250000-Euro-Förderung vom Freistaat Sachsen.

Erste Ideen für die angedachte „blau-grüne Infrastruktur“ liegen auf dem Tisch: So möchte man in dem genannten Abschnitt zwischen vier bis acht neuen Straßenbaumscheiben unterirdisch einen etwa 78 Meter langen Schwammstadtkörper zu verbauen. Dieser schützt das Wurzelwerk der Bäume und speichert viel Wasser. Die Stellplätze für Autos sollen so gepflastert werden, dass Regenwasser gut versickern kann. Auch Tiefbeete oder Mulden sind geplant, die das Niederschlagswasser reinigen.

Kurz gesagt – es geht um ein lokales, ökologisches Regenwassermanagement, damit eben jenes Wasser am besten auch in der Steinstraße bleibt. Die Idee: In der Südvorstadt möchte man jene Bausteine ausprobieren, die sich dann auf andere Straßen und Quartieren übertragen lassen. Dazu sagt Michael Jana, Leiter des Mobilitäts- und Tiefbauamtes: „Das Modellprojekt soll sozusagen als Labor für klimaresiliente Straßenräume im dichten Bestand dienen.“

Im Modellprojekt sollen zudem Fahrradstellplätze sowie Lade- und Lieferzonen für den Wirtschaftsverkehr angeordnet werden, um nachhaltige Mobilität zu fördern. Insgesamt soll die Umgestaltung helfen, die Aufenthaltsqualität in der Steinstraße zu erhöhen. Informations- und Dialogformate sollen frühzeitig die Anwohnerinnen und Gewerbetreibenden einbeziehen und beteiligen. Mit dem Umbau, der im Rahmen des Fernwärmeausbaus erfolgt, wird nach jetziger Planung 2027 begonnen. und red./jw
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