Einfühlsame Fotos

„Aus der Kuchgartenstraße nach Grünau“: Eindrückliche Foto-Collagen von Karla Voigt zeigt die gleichnamige Ausstellung im Stadtteilladen Grünau.Foto: Karla Voigt
Leipzig. Grünau wird 50 – und dieses Thema bewegt Leipzig mit Veranstaltungen und mehr: So kann man bis 22. September im Stadtteilladen Grünau die Ausstellung „Aus der Kuchgartenstraße nach Grünau“ mit Foto-Collagen von Karla Voigt sehen und zwar kostenfrei.

Vor 50 Jahren wurde der Grundstein für Grünau gelegt. Mit dem überall in der DDR gebauten Plattenbausystem „Wohnungsbauserie 70“ (WBS 70) sollte hier Wohnraum für bis zu 100 000 Menschen entstehen. 1989 war Grünau Leipzigs bevölkerungsreichster Stadtteil. Nach starkem Bevölkerungsrückgang, Leerstand und Abrissen in den Nachwendejahrzehnten leben heute wieder ca. 50 000 Menschen in dem Stadtteil. Karla Voigt dokumentierte von 1979 bis 1981 im Rahmen ihrer Diplomarbeit den Umzug einer Hausgemeinschaft aus der desolaten Kuchengartenstraße 8 im Stadtteil Reudnitz in die neuen Plattenbauten mit Bad und Zentralheizung in der Großwohnsiedlung Grünau. Mit einem einfühlsamen Blick hielt die Fotografin den Alltag zwischen Baustelle und modernem Wohnen fest. Die Bilder behandeln die Sehnsüchte der Menschen sowie auch die Versuche, nach dem Umzug soziale Beziehungen zu bewahren oder neue zu finden.

Sehen kann man „Von der Kuchgartenstraße nach Grünau“ dienstags von 13 bis 18 Uhr sowie donnerstags von 10 bis 15 Uhr im Stadtteilladen in Grünau. Entstanden ist die Ausstellung in Kooperation vom Stadtgeschichtlichen Museum, dem Quartiersmanagement Grünau und der Fotografin Karla Voigt. Alle gezeigten Foto-Collagen sind Teil der Sammlung des Stadtgeschichtlichen Museums.

Druckansicht