Gleich zwei musikalische Ausblicke und eine Erinnerung
Nach dem Opernball ist vor dem Opernball: Vivian Honert-Boddin bei der Arbeit.Foto: André Kempner
Vorhang auf hieß es dieser Tage im MDR-Studio am Leipziger Augustusplatz – und zwar für die Saison 2026/2027 vom MDR-Sinfonieorchester, MDR-Rundfunkchor und MDR-Kinderchor. Die steht unter dem Motto „Märchen, Mythen und Legenden“, informierten die drei Chefdirigenten und Künstlerischen Leiter Josep Vila i Casañas (MDR-Rundfunkchor), Dennis Russell Davies (MDR-Sinfonieorchester) und Alexander Schmitt (MDR-Kinderchor). Es geht also in den 60 Konzerten in ganz Mitteldeutschland um zauberhafte Geschichten, geheimnisvolle Klangwelten und große musikalische Erzählungen mit regionaler Verwurzelung. Bemerkenswert: Die Spielzeit 2026/27 markiert zugleich die letzte Saison von Chefdirigent Dennis Russell Davies beim MDR-Sinfonieorchester. In sieben Programmen präsentiert er noch einmal seine außergewöhnliche stilistische Bandbreite. Sie startet am 5. September im thüringischen Suhl und am 13. September im Gewandhaus zu Leipzig – da mit Robert Schumanns Oratorium „Das Paradies und die Peri“.„Kalispéra Thessaloniki!“ Unter diesem Motto steht der 31. Leipziger Opernball am 24. Oktober – und er feiert damit eine langjährige Städtepartnerschaft mit einer griechisch inspirierten Ballnacht. „Dieser Ball wird einmal mehr für gelebte europäische Verbundenheit stehen und – wie in jedem Jahr – Begegnungen schaffen, die sich zu echter Freundschaft entwickeln können. Ich freue mich darauf“, sagt Vivian Honert-Boddin, Geschäftsführerin der Opernball Leipzig Production GmbH. Der Hintergrund: Seit stattlichen 42 Jahren gibt es die freundschaftlichen Bande zwischen den Städten Leipzig und Thessaloniki. Und weil dies ein richtig guter Grund zum Feiern ist, war in diesen Tagen auch der griechische Botschafter Alexandros Papaioannou beim Opernball-Organisationsteam zu Gast, um Details zur Zusammenarbeit und begleitende Maßnahmen zum Ball zu besprechen. Ach ja: Traditionell steht auch der gute Zweck im Mittelpunkt des rauschenden Ballabends. Die Tombola zugunsten der Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ unterstützt soziale Projekte für Kinder und Jugendliche in der Region. Im vergangenen Jahr konnten dank der Unterstützung des Ballpräsentators Porsche, zahlreicher regionaler Preisstifter und des Engagements der Ballgäste 150 000 Euro gesammelt werden.Auch Trude Richter hat nun einen Erinnerungsort: An der letzten Wohnstätte der Leipziger Schriftstellerin in der Windmühlenstraße 16 hat in diesen Tagen die Initiative Künstlerspur eine Ehrenplakette enthüllt. In bewegenden Worten erinnerte Dr. Helmuth Markov im Beisein zahlreicher Leipzigerinnen und Leipziger an die Autorin und tapfere Persönlichkeit, die vor mehr als 125 Jahren geboren wurde. Trude Richter war eine feste Größe des literarischen Lebens in der Messestadt – dabei wurde ihr in der DDR untersagt, über den (selbst erlebten) Gulag zu sprechen oder gar zu schreiben. Und sie hielt sich lange daran – so erlebte Trude Richter das Erscheinen ihrer Erinnerungen unter dem Titel „Totgesagt“ nicht mehr. Dieses 1989 erschienene Buch berührt noch heute außerordentlich – dies zeigte auch die Enthüllung der Gedenkplakette: Hier las die Studentin Elli Neuhaus aus Trude Richters Erinnerungen, dazu umrahmte die Mezzosopranistin Alexander Röseler die Ehrung musikalisch..