Ein stolzer Spendenscheck, ein Gedenken und ein KI-Start

Im UKL wird dieser Tage der Startschuss für „LAMPE“ gegeben.Foto: Rico Thumser/UKL
150 000 Euro für den guten Zweck: In diesen Tagen wurden die Erlöse der 30. Opernball-Tombola an die Stiftung „Leipzig hilft Kindern“ übergeben. Mit einem symbolischen Scheck im Gepäck waren Vivian Honert-Boddin, Geschäftsführerin der Opernball Leipzig Production GmbH, und Gerd Rupp, Vorsitzender der Geschäftsführung der Porsche Leipzig GmbH, bei Dr. Claudia Nerius, Vorsitzende der Stiftung „Leipzig hilft Kindern“, zu Besuch. Eines der geförderten Projekte in diesem Jahr ist das Spielmobil „Crazycar“ des offenen Freizeittreffs „Crazy“. Durch die Unterstützung kann das Angebot um eine mobile Skaterampe erweitert werden. Projektleiter Lorenz Zentgraf sagt: „Wir sind mit dem Spielmobil in verschiedenen Stadtteilen unterwegs und bieten neben Spiel- und Bewegungsmöglichkeiten auch sozialpädagogische Unterstützung für alle Kinder und Jugendlichen vor Ort. Die Skaterampe war ein großer Wunsch.“Es ist alle Jahre wieder ein wichtiger Termin für das Gedenken: Am 18. April 1945 wurde die Stadt Leipzig durch Soldaten der US-Armee befreit – das Ende des Krieges für die sächsische Metropole, verbunden aber immer noch mit letzten, sinnlosen Opfern wie dem Soldaten Raymond Brown im Capahaus. Heute erinnert hier eine Ausstellung an jene Tage im April 1945 – und genau hier erinnerte man auch an diesen 18. April. Dazu waren Oberbürgermeister Burkhard Jung und die US-Generalkonsulin für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, Jodi Breisler, in das Capahaus gekommen: Sie erinnerten mit Worten und auch mit einem Besuch in der Ausstellung an diesen so wichtigen Tag in der Leipziger Stadtgeschichte.Künstliche Intelligenz hält auch in der Medizin Einzug: Das UKL setzt als erste deutsche Universitätsklinik eine komplett selbst entwickelte KI-Software als offiziell zugelassenes Medizinprodukt ein. Das System namens „LAMPE“ – Leipziger Analyse- und Meldesystem für Patientensicherheit in Echtzeit – unterstützt Ärztinnen und Ärzte dabei, schneller und sicherer über Diagnosen und Behandlungen zu entscheiden. Im Unterschied zu KI-Anwendungen wie ChatGPT, die auf Basis von Texten antworten, wertet LAMPE in Echtzeit medizinische Patientendaten aus und liefert konkrete Hinweise für die Behandlung. Das System ist offiziell als Medizinprodukt zugelassen und erfüllt damit die strengen europäischen Sicherheitsvorschriften. Ein erstes Praxisbeispiel: Werden Patienten mit Antibiotika behandelt, überwacht LAMPE laufend deren Nierenwerte. Verschlechtern sich diese, schlägt das System automatisch Alarm – bevor dauerhafter Schaden entstehen kann. Künftig soll die Plattform zur Früherkennung von Blutvergiftungen eingesetzt werden. Hinter LAMPE stecken sieben Jahre Forschungsarbeit. „Je größer der Einfluss digitaler Systeme auf Diagnose und Therapie wird, desto wichtiger ist es, dass medizinische Verantwortung im klinischen Umfeld verbleibt“, sagt Dr. Robert Jacob, Kaufmännischer Vorstand des UKL. Die Klinik plant, die zugrundeliegende Plattform als Open-Source-Projekt anderen Universitätskliniken in Deutschland zugänglich zu machen.



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