Eine Jubiläumsfeiermit Christian Morgenstern
„Club der toten Dichter“ lädt am 9. Mai in den Leipziger Anker

Laden zum 20. Jahrestag vom Club der toten Dichter: Markus Runzheimer, Hans-Werner Meyer und Reinhardt Repke (v.l.).Foto: Oliver Betke
Leipzig. Es ist Zeit für ein Jubiläum und zwar für „20 Jahre Club der toten Dichter“: Dazu hat man sich einen besonderen Gastsänger in den Leipziger Anker geladen. Am Samstag, 9. Mai, beschäftigt sich Schauspieler Hans-Werner Meyer ab 21 Uhr mit der Neuvertonung von Christian Morgenstern.

„O schauerliche Lebenswirrn, wir hängen hier am roten Zwirn!“ – so beginnt das Bundeslied der Galgenbrüder von Christian Morgenstern (1871-1914). Und ist es nicht manchmal hilfreich, die Dinge mit etwas Galgenhumor zu sehen? Morgenstern selbst schrieb, dass die „Galgenpoesie“ ein Stück Weltanschauung sei und man die Welt vom Galgen her anders betrachtet. So wollte er mit den Galgenliedern „ein bisschen geistige Leichtigkeit, Heiterkeit, Freiheit verbreiten, die Phantasie beleben, nur ein bisschen von der im Posthorn gefrorenen Musik der Seele wieder auftauen“. Marcel Reich-Ranicki empfiehlt 50 Jahre später in seinem Kanon der deutschsprachigen Lyrik alle Galgenlieder. Gedichte wie „Der Lattenzaun“, „Sophie, die Henkersmaid“ und „Das Mondschaf“, sind legendär, „Der Werwolf“ ist sogar Schulstoff.

Als Sänger für das Jubiläumsprojekt konnte der Schauspieler Hans-Werner Meyer (Letzte Spur Berlin, Baader Meinhof Komplex) gewonnen werden. Die Mail mit der Anfrage und ersten Kompositionen bekam er an einem Montag um 16:46 Uhr. Er antwortete der Mail von Reinhardt Repke um 17:15 Uhr : „Die Vertonungen gefielen ihm sehr, er will, er muss das singen. Schon sein Vater hätte Morgenstern am heimischen Küchentisch rezitiert.“

Beste Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit! Schon ein paar Tage später traf man sich zur ersten Probe. Auch der Bassist Markus Runzheimer (Element of Crime) ist wieder mit dabei und wird diesmal zusätzlich Perkussion spielen. Und Hans-Werner Meyer wird nicht nur singen, sondern auch zur Geige greifen. Reinhardt Repke spielt wie immer Gitarre und hat die Gedichte neu vertont.

Infos : www.anker-leipzig.de
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